Bewegter Religionsunterricht enthält grundlegende Anliegen der schulischen Kompetenzorientierung vor allem in der Schülerorientierung und in den Lernwegen, in denen sich Schüler*innen entwickeln können, eigene Fähigkeiten erlangen können und eigene Haltungen finden. In Lernverengungen von Kompetenzorientierung lässt sich Bewegter Religionsunterricht allerdings nicht hineinpressen. Denn der Freiheitsgedanke ist dem Bewegten Religionsunterricht wesenseigen:
Bewegter Religionsunterricht ereignet sich auf mehreren Ebenen (theologisch-inhaltliche Ebene, Ebene des Faktenwissens, Ebene des symbolischen Verständnisses und des Ahnens, sensomotorische Ebene, soziale Ebene, Identitätsebene u.v.m.). „Dieses Ebenen können theoretisch-begrifflich, analytisch, emotional, intuitiv, assoziativ, künstlerisch-gestaltend und kritisch durchdacht und kommuniziert werden. Auf diese Freiheit wird im Bewegten Religionsunterricht Wert gelegt. Kein Schüler muss in sein Innerstes hineinspüren, wie er die Sache fühlt, wenn er zu diesem Spüren heute oder grundsätzlich keinen Zugang findet. Kein Schüler muss theoretisch-begriffliche Verarbeitungsleistungen erbringen, wenn er sprachlich-intellektuell dazu nicht in der Lage ist. Sondern im Bewegten Religionsunterricht sollen in den vielfältigen Formen des Bewegungsspiels Hochbegabten und Schwachbegabten, Sprachgenies und Sprachschwächeren, Unsensiblen und Sensiblen, Körperbewussten und Körperunsicheren Spielräume angeboten werden, in denen sie mit ihren ganz eigenen Stärken und Schwächen aufgehoben und angeregt sind.“ (Buck, Neuland betreten, München 2011, S. 23)
Jede und jeden Lernenden einer Klasse zu erwartbaren Kompetenzen mit normierter Bewertbarkeit zu führen, ist somit den Intentionen des Bewegten Religionsunterrichts konträr entgegengesetzt. Die Unverfügbarkeit der Schülerinnen und Schüler erfordert auch, dass man ihnen die Freiheit lässt, sich von den Inhalten zu distanzieren. Dem steht das didaktische Dreieck des kompetenzorientierten Unterrichts entgegen mit seinen drei Komponenten „Können“, „Wissen“ und „Wollen“. Wo das „Wollen“ dem Schüler verordnet wird, gerät man in die Nähe eines totalitären Anspruchs. Wenn christlicher Glaube und diakonische Haltung in einem kompetenzorientierten Unterricht operationalisierbar sein sollen, ist dies mit dem Konzept des Bewegtem Religionsunterrichts nicht vereinbar.
Sondern Bewegter Religionsunterricht öffnet Freiräume.