16. Praxisimpuls

Die Frage nach Gott (Teil 2)

(Thema: „Die Frage nach Gott“. Jahrgangsstufen acht bis zehn)

Material

Pro Person eine Abbildung von Flammarions Holzstich, auch „Wanderer am Weltenrand“ genannt oder im Französischen au pélerin („auf Pilgerschaft“). Unbekannter Künstler. 1888 als Illustration erschienen in 1888 L’atmosphère. Météorologie populaire von Camille Flammarion.

Scheren, Klebestift.

Untersuchung

Die Schüler*innen werden auf Entdeckungsreise geschickt:

Aufgabe: Was verbirgt sich da, was vordergründig nicht zu sehen ist?

(Bild an der Wand, hinter dem Schulgebäude, unter Steinen im Schulgebäude-Umgriff, hinter der Kellertür, hinter der Tafel / dem Whiteboard, unter dem Blumentopf.)

Gespräch

Jede Person erzählt ihre Beobachtungen. (Unter dem Bild an der Wand ist die Wandfarbe dunkler, weil sie da nicht ausgebleicht ist. Hinter dem Schulgebäude parkt ein Lieferdienst und ein Handwerkerfahrzeug, hinter der Kellertür lehnen Besen, hinter der Tafel sind Spinnweben, unter dem Blumentopf sind Kalkringe etc. pp.)

L.: „Seit es Menschen gibt, versuchen sie, Gott zu finden und zu ergründen. Wir sehen uns dieses Bild an, das dieses Bemühen ausdrückt. Was könnte ihr auf folgendem Bild sehen und was erzählt euch das?  

„Letzte Woche haben wir darüber nachgedacht, dass sich Gott nicht mit wissenschaftlichen Methoden finden lässt.“ Dazu setzen wir das Symbolspiel und die Heftwerkstatt der letzten Unterrichtsstunde in Beziehung (Siehe 15. Praxisimpuls.)

„Was verändert sich, wenn an die Stelle einer abstrakten Vostellung eine Beziehung tritt? (Dies kann man überlegen am Beispiel einer Person, von der zuerst nur der Name bekannt ist, die man dann aber persönlich kennenlernt und sich mit ihr herzlich anfreundet.)

Wie kann eine Beziehung zu Gott beschaffen sein? Wie leben Menschen diese Beziehung?“

Hier können  biblische Erzählungen von Gottesbegegnungen analysiert werden (z.B. aus dem AT, Beispiele Abraham, Mose, Jakob… Oder aus dem NT wie Jesusbegegnungen, in denen Gottes Liebe verkörpert ist: Jesus und der Gauner Zachäus, eine Zuwendung ohne Bedingungen…). Oder es können Geschichten über gewöhnliche Menschen aus der Gegenwart in der der Umgebung sein wie z.B. aus der Kirchengemeinde. (Sparkassenangestellte im Ruhestand, die sich um Geflüchtete kümmert. Eine Frau, die in der Vesperkirche mitarbeitet oder ein Mann, der in der Hospizarbeit ehrenamtlich tätig ist…) Man könnte solche Personen in den Unterricht einladen und befragen, was ihnen die Beziehung zu Gott in ihrem Leben bedeutet.

Heftwerkstatt

Folgende Gestaltung bietet sich an, um im Anschluss daran die Heftseite mit der eingeklebten Schnur als Beziehungssymbol mit den neuen Facetten aus den Gesprächen zu ergänzen. (Siehe 15. Praxisimpuls.)