Christsein betrifft das ganze Leben

Ab Jahrgangsstufe 8
Material: Ca. 40 Blanko-Kärtchen, Zugang der Schüler*innen zum Internet, mehrere Seile oder Kreide,
1. Wahrnehmungsspiel: Ich bin Ich, von Kopf bis Fuß
Durch den Raum gehen zu Musik. Hält die Musik an, in der letzten Bewegung wie eingefroren stehenbleiben, Augen schließen, bewusstmachen der eigenen leiblichen Gestalt. (Evtl. durch sprachliche Anleitung: Spüren, ohne hinzuschauen. Wie weit sind gerade deine Füße voneinander entfernt? Sind deine Ellbogen gestreckt oder gebeugt? Ist es bei beiden Ellbogen verschieden? Wohin zeigt dein Kinn? Mehr nach unten, zur Seite oder nach oben? Sind die Finger deiner Hände gestreckt oder gebeugt?)
2. Wahrnehmungsspiel: Ich nehme mich immer mit, Ich bin Ich, egal wohin ich gehe
- Auf den Tisch steigen
- Aus dem Fenster schauen
- Durchs Stockwerk gehen

Gespräch
Impulsfragen: Kannst du irgendwo irgendetwas von deiner Person, also von deiner Identität, zurücklassen?
Wie geht es Christinnen und Christen: Im Privaten, im Freundes- und Familienkreis, in der Schule, im Beruf, in der Öffentlichkeit, in der Politik?
Eigene Recherche von Lebenshaltungen bekannter Christ*innen
An Beispielen von Albert Schweitzer, Desmond Tutu, Martin Luther King, Mutter Theresa, Samuel Koch etc. recherchieren die Schüler*innen im Internet Merkmale der Lebensläufe und Zitate, die auf die christliche Lebenshaltung dieser Personen schließen lassen. Jeweils eine der prominenten Persönlichkeiten wird Arbeitsgruppen oder den einzelnen Schüler*innen zugeteilt.
Stichpunktartig schreiben die Schüler*innen auf Kärtchen Merkmale, wie sich die christlichen Lebenshaltungen der prominenten Person in verschiedenen Bereichen zeigen. Jedes Detail kommt auf ein extra Kärtchen.
Gespräch
Im Sitzkreis werden mehrere konzentrische Kreise entweder mit Seilen gelegt oder mit Kreide aufgemalt. Der Abstand der Kreise zueinander hängt von der Größe der Kärtchen ab, die dazwischengelegt werden.

Der innerste Kreis ist für den persönlich-privaten Bereich vorgesehen, der zweite Kreis gilt für den Bereich Familie und Freunde, der dritte Kreis für den beruflichen Bereich und der äußere Kreis für den öffentlichen Bereich. Nun werden im Gespräch die beschrifteten Kärtchen den Kreisen zugeordnet und in den jeweiligen Kreis (äußerer, dritter, zweiter oder innerster Kreis) hineingelegt.
Impulsfrage: Manchmal wird den Kirchen vorgeworfen, dass sie sich in Politik einmischen würden. Beim Thema „Umgang mit Migrant*innen“ oder Verkehrssicherheit (Tempolimit) war das so. Sollen Kirchen einen Bereich ausklammern oder gilt es auch für die christlichen Kirchen, dass christliche Lebenshaltung in allen Bereichen sichtbar wird?
Heftwerkstatt – Christenleute sind Christenleute, egal wo sie sind:

Erzählung: Als ein Mann mit Gottvertrauen nicht tut, was ein Politiker von ihm will.
Aus der Bibel erzähle ich heute: Vor langer Zeit lebte ein Mann mit Namen Bileam. Zu ihm kamen die Leute, wenn sie wissen wollten, wie die Trauben im nächsten Sommer wachsen oder ob sie einen Feind besiegen würden. Bileam sollte den Menschen die Zukunft vorhersagen. Ja, sie wollten auch, dass Bileam die Zukunft lenken sollte durch Zauberworte. Und so hatte der König der Moabiter den Bileam holen lassen. Er sollte die Israeliten verfluchen, die durch sein Land zogen und die er besiegen und verjagen wollte.
Bileam ging mit dem König der Moabiter auf einen Hügel. Er sah hinab auf die Israeliten, die sich dort in Zelten gelagert hatten. Aber statt sie zu verfluchen, hob Bileam die Hände und rief: „Gesegnet bist du, Israel! Gott wird auf deinen Feldern Gutes wachsen lassen. Das Brot wird dir nicht ausgehen und Gott wird dich nie alleine lassen!“
Da wurde der König der Moabiter zornig: „Ich habe dir Gold und Silber gegeben, damit du die Israeliten verfluchst. Was tust du da! Du bist verblendet! Komm mit auf einen anderen Berg, damit dein Gott die Israeliten von einer anderen Seite sehen kann. Dann wird er dir erlauben, die Israeliten zu verfluchen.“
Also ging Bileam mit dem König auf einen anderen Hügel. Wieder sah er hinab auf die Israeliten, und wieder hob Bileam die Hände und rief: „Gesegnet bist du, Israel! Gott wird auf deinen Feldern Gutes wachsen lassen. Das Brot wird dir nicht ausgehen und Gott wird dich nie allein lassen!“
Der König der Moabiter war empört. „Bist du blind? Siehst du nicht die Israeliten da unten, die da nicht sein sollen? Komm, lass dich an einen anderen Aussichtspunkt führen. Dort wird dein Gott endlich einsehen, dass die Israeliten verflucht werden müssen, damit sie endlich von der Bildfläche verschwinden!“
Ein drittes Mal also ging Bileam mit dem König auf einen anderen Hügel. Ein drittes Mal sah er hinab auf die Israeliten, und ein drittes Mal hob Bileam die Hände und rief: „Gesegnet bist du, Israel! Gott wird auf deinen Feldern Gutes wachsen lassen. Das Brot wird dir nicht ausgehen und Gott wird dich nie allein lassen!“
Der König rief: „Das ist nicht zu fassen! Du solltest sie verfluchen und hast sie nun dreimal gesegnet! Geh wieder dahin, wo du hergekommen bist! Ich verachte dich!“
Da breitete Bileam die Arme aus und sagte: „Selbst wenn du mir ein Haus voll Gold und Silber geben würdest, könnte ich Israel doch nicht verfluchen. Denn Gott will den Segen und das kann niemand verhindern. Aus Israel wird einmal der Messias, der Retter, kommen, der für die ganze Welt ein Segen sein wird. Das wird sein wie ein Stern, der über allen aufgeht.“ Und Bileam wandte sich ab vom König, setzte sich auf seine Eselin und ritt wieder zurück in sein Land.
Symbol- und Wahrnehmungsspiel
Wie es ist, Befehlen zu folgen und keine eigene Bewegung zu machen – Das Marionettenspiel als Partnerspiel: Dazu gehen die Schüler*innen zu Paaren zusammen und stellen sich einander gegenüber auf. Eine Person ist die Marionettenspielerin und die andere Person ist die Marionette. Die Marionettenspielerin tippt den Handrücken ihrer „Marionette“ an und bewegt den Handrücken im Abstand von ca.15 cm mit einem unsichtbaren Faden in verschiedene Richtungen. Die „Marionette“ folgt dem Ziehen des unsichtbaren Fadens. Nach einer Weile erfolgt Rollenrausch.
Gespräch
– Welchen Vorteil hätte Bileam gehabt, wenn er sich von diesem Politiker für dessen Zwecke hätte instrumentalisieren lassen?
– Welche Nachteile können Christenmenschen haben, wenn sie Gott mehr gehorchen als den Mächtigen? Beispiel Bischöfin Budde in den USA, siehe: https://www.derstandard.at/story/3000000254028/die-pastorin-die-trump-nicht-zum-ersten-mal-die-leviten-gelesen-hat
– Wofür wird Gottes Name zurzeit missbraucht?
– Wofür sehen sich Christen befreit?