Gottvertrauen beflügelt

Für alle Klassenstufen modifizierbar
Material.
Pro Person ein Bogen DIN A 4 – Papier, ein Rolle Klebstreifen, zwei Stoffbeutel, Scheren, Kleber.
Symbolspiel: Papierflieger falten
Aus DIN A 4 – Blättern falten alle Personen Papierflieger. (Siehe Anleitung). Im freien Spiel testen sie die Flugeigenschaften ihrer Flieger. Am Ende dieser Spielphase, auf ein vereinbartes akustisches Signal hin, werden nacheinander mit einem Klebstreifen alle Papierflieger an der Fensterscheibe befestigt.

Gespräch.
L.: „Habt ihr schon mal Drachenflieger gesehen? Was habt ihr da beobachtet? Seltsam ist: An manchen Tagen kommen sie nicht vom Boden hoch und an manchen Tagen segeln sie hoch hinauf. Habt ihr eine Ahnung, woran das liegt? … Unsere Papierflieger sind ja alle irgendwann einmal auf den Boden gestürzt. Das wäre schön gewesen, wenn in unserem Klassenzimmer dann ein kleiner Wind gekommen wäre und hätte unsere Flieger wieder in die Luft gehoben.“ …
Erzählung.
L.: „Horcht, ich erzähle euch eine Fabel aus einem afrikanischen Land: Siwingu, der junge Adler, ist aus dem Nest gefallen. Eigentlich ist er schon fast ausgewachsen, aber er weiß noch nicht, wie das Fliegen geht. Er hat nur ein wenig über den Nestrand schauen wollen und dabei das Gleichgewicht verloren. Nun hockt er unter dem großen Baum und weiß nicht wohin. Die Schlange Achjetuk hat ihn längst erspäht und sie kriecht hungrig um ihn herum. ‚Noch ein Weilchen,‘ sagt sie, ‚dann bist du schwach genug, dass ich dich fressen kann. Gib dir keine Mühe, zum Fliegen taugst du nicht…‘ ‚Aber ich bin doch ein Adler!‘ flüstert Siwingu voll Angst. ‚Pah!‘ lacht Achjetuk. ‚Ein Adler, der nicht fliegen kann, ist ein Nichts! Du kannst froh sein, dass du mir wenigstens zur Mahlzeit dienst.‘ Jetzt kriecht sie direkt auf Siwingu zu und öffnet ihr Maul weit, um ihn zu verschlingen. Der Wind aber hat genug gesehen und gehört. Er schwingt sich herab, bläst dem jungen Adler unter die Flügel und Siwingu erhebt sich mit einem stolzen Schrei in die Luft.“
Gespräch.
‚Komm, lass nicht so deine Flügel hängen.‘ Wenn das jemand zu uns sagt, was ist damit gemeint? … Bin ich dann wie so ein junger Adler, dem der Wind unter den Flügeln fehlt? Kennt ihr das Gefühl? Was drückt manche Menschen denn manchmal nieder? … Hm, ganz schön viel, was es alles gibt, das uns den Wind aus den Segeln nimmt. Da wäre es gut, wenn einfach so ein Wind käme und würde uns anpusten und wir hätten auf einmal wieder neuen Mut.
Gespräch und Symbolspiel
Aus dem Umgriff des Schulgebäudes holen die Schüler*innen Steine.

(Foto: Immoportal.com)
In die Mitte des Stuhlkreises werden die beiden Stoffbeutel gelegt. Nun werden Situationen zusammengetragen, durch die Menschen „die Flügel hängen“ lassen. Für jedes Beispiel wird ein Stein in einen der beiden Stoffbeutel gelegt. (Es sollten viele Steine im Beutel landen. Notfalls fügt man noch ein paar Handvoll Steine dazu, damit es richtig schwer wird.) Anschließend steht jede Person einmal auf und nimmt in jede Hand einen der beiden mit Steinen gefüllten Stoffbeutel. Nun versucht man, die beiden Arme mit den Stoffbeuteln seitlich wegzustrecken und sich hineinzufühlen, ob man so die Arme frei auf und ab schwingen könnte wie ein Adler.
Anschließend werden die körperlichen Erfahrungen reflektiert und symbolisch auf Lebenssituationen bezogen.
Körperübung.
Die Schüler*innen stehen verteilt im Raum (natürlich ohne die schweren Beutel). Zu einer leisen Musik, z.B. Claude Debussy, Arabesque No.1, stellen sie sich vor, dass ganz sanfter Wind die Arme langsam anhebt und wieder senkt. Die Schüler*innen können dabei die Augen schließen. Später kann man im Gespräch die beiden Körperempfindungen mit den Steinebeuteln und dem freien Bewegen der Arme miteinander vergleichen.
(https://www.youtube.com/watch?v=JCTQTp1PdnA&list=RDJCTQTp1PdnA&start_radio=1 )
Bibeltext lesen.
Jesaja 40,31 wir in einer Übersetzung (Z.B. Gute Nachricht) auf die Tafel geschrieben oder aufs Whiteboard projiziert:
In der Bibel, bei Jesaja, finden wir diese Worte geschrieben:
Gott ist da.* Alle, die auf Gott vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und brechen nicht zusammen. (Jesaja 40,31)
(* Wo in der Bibel das Wort HERR in Großbuchstaben steht, ist der hebräische Gottesname gemeint: „Ich bin da“. Darum setze ich diese Bezeichnung „Gott ist da“ solchen Textstellen voraus, bei denen in den deutschen Übersetzungen das Wort HERR enthalten ist.)
Gespräch darüber, dass manche Prominente davon berichten, wie ihnen ihr Glaube an Gott Kraft gibt und ihnen hilft, bei Enttäuschungen nicht zu resignieren. So z.B. der Bundestrainer Jürgen Klopp oder der querschnittsgelähmte Schauspieler Samuel Koch. Vielleicht wissen manche Schüler*innen dazu auch von Verwandten oder Freunden zu erzählen.
Heftwerkstatt.
Die Schüler*innen schneiden einen auf Tonpapier selbstgemalten Adler (oder von der Kopiervorlage, siehe unten) aus, den sie anschließend nur am Rumpf in ihr Heft kleben, die Flügel müssen beweglich und aufklappbar bleiben.

Unter den einen der Flügel schreiben sie:
Es gibt vieles, was uns niederdrückt und mutlos macht.
Die Fläche unter dem andren Flügel beschriften sie mit dem Text:
Gott ist da. Alle, die auf Gott vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler. (Nach dem Propheten Jesaja aus dem Alten Testament, Kapitel 40, Vers 31a)
Kopiervorlage

Miteinander singen. (Text/Melodie Elisabeth Buck)

Dazu kann man eine sphärische Begleitung auf einem Metallophon spielen, die nur aus den durchklingenden Tönen f und c besteht. Oder ein durchklingender F-Dur-Akkord einer Gitarre.