Der zwölfte Praxisimpuls

Vom Kreuzesbalken

(Jahrgangsstufen 4 bis 7 – Passion und Ostern)

Material: Ein roh behauener Holzbalken, Reißnägel, Zeitungsmeldungen von Leidsituationen. Kleine Zettel für eigene Beschriftungen der Schüler*innen.

Symbolspiel und Gespräch: Die Schüler*innen tragen reihum den Holzbalken auf dem Nacken durch den Raum. Anschließend bringen sie ihre leiblichen Empfindungen dazu zur Sprache. Die Lehrkraft fragt, wie lange sie den Balken hätten tragen mögen oder wie es womöglich gewesen wäre, wenn der Balken doppelt so lang und viermal so schwer gewesen wäre.

Erzählung:  Jesus trägt den Kreuzesbalken – Johannes 19,17 in Zusammenschau mit Jesaja 53,4.

Erzählbeispiel siehe Elisabeth Buck, Bewegter Religionsunterricht – Innovative, ganzheitliche Konzepte für das 5. Bis 7. Schuljahr, München 2017, S. 233f.

Bildbetrachtung: Alle betrachten gemeinsam ein Gemälde von Sieger Köder, das Jesus darstellt, wie er unter dem Kreuzesbalken, den er tragen soll, fast zusammenbricht. Auf dem Kreuzesbalken sind schemenhaft Personen zu erkennen – Kranke, Tote, Gewalttätige und ein Richter, also Personen, die die Last symbolisieren, die Jesus mitschleppen muss. Siehe   https://www.ulm-basilika.de/wp-content/uploads/2015/05/Bild4.jpg (Aufgerufen am 09.03.2026)

Symbolspiel und Gespräch: Der Holzbalken wird in die Mitte gelegt. Die Schüler*innen schneiden aus Zeitungen Todesanzeigen sowie Unfallmeldungen und Schlagzeilen zu Kriegsgeschehnissen aus. Sie stellen ihre Auswahl vor. Sie beschriften auch noch kleine Zettel mit Leidsituationen, die nicht in der Zeitung stehen. Dann heften sie ihren Zeitungsausschnitt oder den selbst beschrifteten Zettel mit einem Reißnagel an den Holzbalken. Miteinander kommen sie darüber ins Gespräch, warum der Vers aus Jesaja 53 („…er trug unsere Krankheit…“) mit dieser Episode des Kreuzwegs in Verbindung gebracht werden könnte. Was könnte das bedeuten für Menschen, die gerade viel Leid durchmachen müssen?